Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Logistik- und Kommunikationsbranche

Glasfaserausbau muss dauerhaft Tempo aufnehmen

Seit einigen Wochen kann die Deutsche Telekom immer neue Erfolgsgeschichten in Sachen Glasfaserausbau vermelden. Allein im Juni kamen 240.000 Anschlüsse hinzu. Mit einer Gesamtlänge von mehr als 890.000 Kilometern betreibt die Telekom das bundesweit größte Glasfasernetz.

Für die Zukunftssicherung der Arbeitsplätze im Konzern ist ein konsequenter, flächendeckender und schneller Glasfaserausbau absolut entscheidend. Als Fachgewerkschaft DPVKOM begrüßen wir grundsätzlich jeden Fortschritt beim Glasfaserausbau im Telekom-Konzern.

Netzausbau ist Grundlage für sichere Arbeitsplätze 
Der Netzausbau ist die Grundlage für sichere Arbeitsplätze. Aus Sicht der DPVKOM ist klar, dass nur ein starkes, modernes und konkurrenzfähiges Netz langfristig Arbeitsplätze im gesamten Telekom-Konzern erhält und auch schafft. Ohne ausreichende Ausbaugeschwindigkeit drohen Umsatzverluste, Kundenabwanderung und damit Druck auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen. Ein nachhaltiger Netzausbau stärkt nicht nur Technik und Betrieb, sondern auch andere Unternehmensbereiche wie Service, Vertrieb, IT, Security und alle unterstützenden Einheiten.

Die momentan hohen Ausbauzahlen sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber diese Entwicklung kommt sehr spät. Die Telekom hat den Glasfaserausbau jahrelang verschlafen – und das mit Folgen für Marktanteile, Wettbewerbsfähigkeit und damit auch für die Beschäftigten. Während Wettbewerber wie Deutsche Glasfaser, Vodafone, regionale Stadtwerke oder kommunale Netzbetreiber frühzeitig massiv investiert haben, agierte die Telekom beim Glasfaserausbau zu zögerlich und setzte (zu) lange auf Vectoring und Übergangstechnologien. Dadurch sind viele Ausbaugebiete längst vergeben. In zahlreichen Regionen haben Wettbewerber bereits Glasfaser verlegt, bevor die Telekom überhaupt aktiv wurde. Wo andere Anbieter zuerst ausbauen, sichern sie sich langfristige Kundenbindungen, oft über Jahrzehnte.

Der dadurch entstandene Nachholbedarf erzeugt Druck auf die Beschäftigten. Weil der Konzern spät reagiert hat, müssen Ausbauziele nun plötzlich in kurzer Zeit erreicht werden. Das führt zu hoher Belastung der Mitarbeitenden in den Bereichen Technik, Planung, Baukoordination und Service.

Es braucht auch genügend gut qualifiziertes Personal
Der jetzt gefeierte Rekordmonat ist daher nicht Ausdruck einer langfristigen Strategie, sondern eher ein notwendiger Sprint, um verlorenen Boden wiedergutzumachen. Denn die Rekordzahlen sind gut, aber sie müssen auf diesem hohen Niveau stabilisiert werden, und das nicht auf Kosten der Mitarbeitenden. Es muss einen kontinuierlichen, verlässlichen und flächendeckenden Ausbau geben. Dazu braucht es genügend gut qualifiziertes Personal in den eigenen Reihen. Nur ein langfristig hohes Ausbautempo schützt die Arbeitsplätze und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Ein moderner Telekom-Konzern braucht ein modernes Netz und Beschäftigte, die unter guten Bedingungen arbeiten können.

Daher ist der aktuelle Ausbaurekord positiv, aber kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Die Telekom muss jetzt konsequent weiterbauen, verlorene Marktanteile zurückerobern und den Netzausbau endlich als das behandeln, was er ist: die zentrale Voraussetzung für die
Zukunftssicherung des gesamten Konzerns und der Arbeitsplätze.