Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

Tarifrunde Telekom 2024

Ein schmerzhaftes Ergebnis sieht anders aus, Frau Bohle!

Die Tarifeinigung vom 17.05.2024 zwischen der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft und der Deutschen Telekom wirft sowohl bei der Fachgewerkschaft DPVKOM als auch bei den Kolleginnen und Kollegen kritische Fragen auf.

Bereits während der Verhandlungen haben die wenig wertschätzenden E-Mails von Frau Bohle zum aktuellen Stand in Bezug auf die Mitarbeitenden der Deutschen Telekom für Verwirrung gesorgt. Die Krönung dessen ist der Wortlaut nach dem Abschluss, dass es sich um ein „schmerzhaftes Ergebnis“ handle.

 

Wo bleibt hier die Wertschätzung des Unternehmens gegenüber allen Kolleginnen und Kollegen?

 

Aber wie sieht die Einigung aus? Im Kern umfasst sie folgende Werte:

  • Eine prozentuale Tariflohnerhöhung von 6,0 Prozent ab dem 01.10.2024.
  • Zusätzlich erhöht sich das Entgelt ab dem 01.08.2025 um 190 Euro pro Monat („Zusätzliches Monatsentgelt“).
  • Dazu kommt eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.550 Euro im Juli 2024,
  • sowie die Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen bis 31.12.2026.

 

Was kritisiert die Fachgewerkschaft DPVKOM?

 

Vor allem die sehr lange Laufzeit und die Leermonate in 2024! Auch die prozentuale Erhöhung im Oktober 2024 und der Sockelbetrag im August 2025 stehen in keinem Verhältnis zu den Forderungen der DPVKOM (https://www.dpvkom.de/aktuelles/news/dpvkom-fordert-deutliche-entgeltsteigerung/).

 

  • Die jetzt vereinbarten Erhöhungen führen (selbst unter Berücksichtigung der Tarifrunde aus 2022) zu keiner nennenswerten Erhöhung des tatsächlichen Entgeltes in den Taschen der Mitarbeitenden. Und dies bereits ohne die Inflation im laufenden, sowie in den kommenden beiden Jahren der Laufzeit zu beachten!

 

Hinzukommt, dass sich Gewerkschaften nicht sehr oft in einer solch hervorragenden Ausgangsituation für Streiks befinden, wie in diesem Jahr bei der Telekom – unmittelbar vor der EM 2024.

Warum man diesen Trumpf aus Sicht der Verhandlungskommission nicht noch länger genutzt hat, ist für uns nicht erklärbar!

 

Wie bereits berichtet (https://www.dpvkom.de/aktuelles/news/wir-lassen-uns-nicht-erpressen/) haben wir das schlechte Tarifergebnis aus dem Jahr 2022 nicht unterzeichnet. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass auf Grund der hohen Inflation ein tatsächlicher Ausgleich im Portemonnaie nicht stattgefunden hat.

Aufgrund dessen hatte der DPVKOM-Bundesvorstand bereits weit im Vorfeld der anstehenden Tarifverhandlungen seine Forderungen beschlossen.

Das nun verhandelte Ergebnis zeigt (nüchtern betrachtet) einen Inflationsausgleich auf, verbunden mit der Hoffnung, dass die Inflation in den kommenden 24 Monaten stagniert.

 

Wenn man das Verhandlungsergebnis aber nun in ein Verhältnis zum Konzernüberschuss, der Erhöhung der Dividende sowie der erhöhten Aufwandsentschädigungen des Vorstandes und der Aufsichtsräte setzt, so zeigt dieses leider wenig Wertschätzung und Anerkennung für die Mitarbeitenden der Deutschen Telekom, die die vorab benannten Erhöhungen erst möglich gemacht haben!