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20.08.2019Artikel drucken

dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst

Zustellmängel wirken sich negativ auf das Ansehen der Briefträger aus!

Das Ansehen der Briefträger bei den Bürgern hat im zurückliegenden Jahr deutlich gelitten. So haben Briefzusteller gegenwärtig noch bei 52 Prozent der Bundesbürger ein hohes Ansehen. Im vergangenen Jahr waren es elf Prozentpunkte mehr. Das geht aus der heute vom DPVKOM-Dachverband dbb in Berlin vorgestellten „dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst“ hervor. Hierzu hatte die forsa Gesellschaft für Sozialforschung im Mai und Juni dieses Jahres insgesamt 2006 repräsentativ ausgewählte Bürgerinnen und Bürger befragt.

Aus Sicht der DPVKOM hängt dieser „Ansehensverlust“ unmittelbar mit der starken Zunahme der Beschwerden im Bereich der Briefzustellung in der jüngeren Vergangenheit zusammen. So gingen bei der Bundesnetzagentur in Bonn im zurückliegenden Jahr rund 12 600 Beschwerden ein. Im Vergleich zum Jahr 2017 war dies eine Verdopplung. Bis Ende April dieses Jahres waren es bereits mehr als 4 700. „Die hohe Anzahl an Beschwerden ist ein Ergebnis der völlig verfehlten Personalpolitik der Deutschen Post AG und anderer Briefdienstleister. Der Personalmangel, der hohe Krankenstand sowie die hohe Befristungsquote im Bereich der Zustellung wirken sich natürlich auch negativ auf die Zustellqualität und damit auf das Vertrauen und Ansehen der Beschäftigten aus“, so die DPVKOM-Bundesvorsitzende Christina Dahlhaus.

Und weiter: „Die Briefträger, aber auch die Verbund- und Paketzusteller, machen nach wie vor einen hervorragenden Job und schuften tagein tagaus. Sie leiden jedoch unter dem fehlenden Personal und den schweren Arbeitsbedingungen. Außerdem lässt die Einarbeitung neue Kollegen oftmals zu wünschen übrig.“

Nach Auffassung der DPVKOM ist es vordringliche Aufgabe der Unternehmen im Briefmarkt, die Personalnot zu beenden, indem sie vernünftige Arbeitsbedingungen bieten und gute Löhne zahlen. Dann entscheiden sich auch mehr Menschen für die körperlich anspruchsvolle Tätigkeit eines Zustellers. Aus Sicht der DPVKOM fehlen allein beim Marktführer Deutsche Post AG noch einige Tausend Zusteller.  

Ein geringeres Ansehen als im vergangenen Jahr haben neben den Briefträgern auch die Mitarbeiter einer Telefongesellschaft und Beamte. Hier betrug der „Ansehensverlust“ gegenüber 2018 vier beziehungsweise fünf Prozentpunkte. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung sind hier abrufbar:

dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2019