Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

17.03.2015Artikel drucken

DPVKOM fordert Bemessungstarifvertrag und Arbeitszeitverkürzung!

Der Abschluss eines Bemessungstarifvertrages und die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich – so lauten die Forderungen der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) für die anstehenden Tarifverhandlungen zum Thema Arbeitszeit bei der Deutschen Post AG. „Der Arbeitgeber Deutsche Post muss nun endlich der aus unserer Sicht nicht mehr hinnehmbaren Arbeitssituation im Bereich der Zustellung Rechnung tragen und einen wirksamen Schutz vor Überlastung schaffen. Viele der mehr als 85.000 Brief- und Verbundzusteller gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch und sind oder werden krank, weil sie das immense Arbeitsaufkommen schlichtweg nicht mehr bewältigen können. Es reicht!“, so der DPVKOM-Bundesvorsitzende Volker Geyer. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass der Krankenstand im Unternehmensbereich Brief mittlerweile bei knapp 10 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt aller Wirtschaftsbranchen liegt.

Um einen wirksamen Schutz vor Überlastung zu schaffen, hat die DPVKOM einen Bemessungstarifvertrag ausgearbeitet. Ziel dieses Tarifvertrages ist es, die Arbeitsmenge gerechter zu verteilen und zu gewährleisten, dass die Beschäftigten gesund bis zum Renten- oder Pensionsalter arbeiten können. Das Tarifwerk sieht daher unter anderem Zeitzuschläge für ältere Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr sowie ein Mitspracherecht der Betriebsräte und der Gewerkschaft bei der Festlegung der Bemessungswerte vor. Diese werden nämlich bislang allein vom Arbeitgeber bestimmt und legen fest, wie viel Zeit ein Zusteller beispielsweise für die Übergabe eines Einschreibens oder die Zustellung eines Pakets hat.

Mit ihrer Forderung nach einer Verkürzung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit um eine halbe Stunde reagiert die DPVKOM auch darauf, dass die Deutsche Post mit der Gründung der 49 DHL-Delivery-Gesellschaften ihre eigenen Haustarifverträge unterläuft. „Es kann nicht sein, dass die Deutsche Post mit einem Gewinn von knapp drei Milliarden Euro im Jahr 2014 die Arbeits- und Entgeltbedingungen für die Beschäftigten in der DHL Delivery GmbH verschlechtert, nur um noch mehr Gewinn zu erzielen. Das Unternehmen steht wirtschaftlich glänzend dar. Davon müssen auch diejenigen profitieren, die dies erwirtschaftet haben. Das sind die Beschäftigten und niemand sonst. Aus diesem Grund ist eine Arbeitszeitverkürzung für alle Postmitarbeiter durchaus gerechtfertigt“, so Volker Geyer.

In den nächsten Wochen wird die DPVKOM auch die Höhe ihrer Entgeltforderung bekannt geben. Der derzeitige Entgelttarifvertrag endet am 31. Mai 2015.

 

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