Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

17.04.2015Artikel drucken

Weitere Warnstreiks bei der Deutschen Post!

„Die Deutsche Post hat offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass ihre Zusteller vor Überlastung geschützt werden müssen. Mit unseren Streiks wollen wir den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen, jetzt endlich konkret über den von uns geforderten Bemessungstarifvertrag und eine Arbeitszeitverkürzung zu verhandeln.“ Mit diesen Worten begründet der Bundesvorsitzende der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM), Volker Geyer, die Durchführung weiterer Warnstreiks.

Bereits gestern waren Zusteller in der Briefniederlassung Berlin Zentrum dem Streikaufruf der DPVKOM gefolgt. In den kommenden Tagen wird es zu weiteren regionalen Arbeitsniederlegungen im Bereich der Zustellung kommen. Zahlreiche Menschen müssen deshalb erneut länger auf ihre Briefe und Pakete warten. Schon Anfang April hatte die DPVKOM regionale Warnstreiks durchgeführt.

Die DPVKOM fordert in der laufenden Tarifrunde den Abschluss eines Bemessungstarifvertrages und die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Mit dem Bemessungstarifvertrag sollen die mehr als 85.000 Brief- und Verbundzusteller wirksam vor einer zu hohen Arbeitsbelastung geschützt werden, indem die Arbeitsmenge gerechter verteilt wird. Das Tarifwerk sieht unter anderem Zeitzuschläge für ältere Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr sowie ein Mitspracherecht der Betriebsräte und der Gewerkschaft bei der Festlegung der Bemessungswerte vor. Diese werden nämlich bislang allein vom Arbeitgeber bestimmt und legen fest, wie viel Zeit ein Zusteller beispielsweise für die Übergabe eines Einschreibens oder die Zustellung eines Pakets hat.

 

„Viele Zusteller gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch und werden krank, weil sie das Arbeitsaufkommen in der dafür vorgesehenen Zeit nicht mehr bewältigen können. Ein Krankenstand im Unternehmensbereich Brief von mittlerweile knapp 10 Prozent ist viel zu hoch und zeigt, dass hier dringend ein tarifvertraglicher Schutz vor Überlastung eingeführt werden muss“, so Volker Geyer. Damit liegt der Krankenstand doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt aller Wirtschaftsbranchen.

 

Pressemitteilung: Weitere Warnstreiks bei der Deutschen Post!