Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

10.04.2019Artikel drucken

Vorsicht bei unterjährigem Einstieg in Entlastungszeit

Tarifkräfte bei der Deutschen Post AG (DP AG) können auf Wunsch eine sogenannte „Entlastungszeit“ beantragen. Das heißt, sie können eine bestimmte Anzahl von zusätzlichen freien Tagen pro Jahr in Anspruch nehmen. Im Gegenzug verzichten sie allerdings – je nach gewähltem Modell – auf eine oder beide Lohnerhöhung(en), die zwischen den Sozialpartnern im Rahmen der letzten Entgeltrunde für Oktober 2018 (plus 3 Prozent) sowie für Oktober 2019 (plus 2,1 Prozent) vereinbart wurde(n).

Details zur Regelung hinsichtlich der Entlastungszeit sind in einem Faltblatt nachlesbar, das hier heruntergeladen werden kann.

Aus aktuellem Anlass möchte die DPVKOM an dieser Stelle interessierten Beschäftigten jedoch zwei mögliche  Fallstricke im Zusammenhang mit der Entlastungszeit ins Bewusstsein rufen. Beide Hinweise beziehen sich auf  den unterjährigen Eintritt zum 1. Oktober im sogenannten „Modell 42“ mit Antragsfrist 30. Juni 2019. Wer einen  entsprechenden Vertrag mit der DP AG schließt, wird im letzten Quartal dieses Jahres nach der speziellen  Gehaltstabelle „Entlastungszeit 42“ bezahlt, die die Lohnerhöhung von 2,1 Prozent unberücksichtigt lässt. Für  diesen Zeitraum erhalten Vollzeitkräfte umgerechnet dann 10,55 Stunden Entlastungszeit (Teilzeitkräfte  entsprechend ihrer individuellen Wochenarbeitszeit anteilig). So weit, so nachvollziehbar. Möglicherweise wissen  jedoch nicht alle Beschäftigten, dass sie damit auch auf die besagte Lohnerhöhung beim Weihnachtsgeld 2019  verzichten. Dessen Höhe bemisst sich nämlich tariflich am Oktobergehalt. Ein weiteres Problem könnte  Tarifkräften erwachsen, denen ein variables Entgelt auf Basis einer Leistungsbeurteilung gezahlt wird. Hierbei sind die Entgeltgruppen 1 bis 4 seit diesem Jahr ausgenommen.

Finanzieller Nachteil von mehreren Hundert Euro möglich
Beim Eintritt in die Entlastungszeit zum 1. Oktober dieses Jahres erfolgt die Berechnung des variablen Entgelts für 2019 nämlich anhand von Richtbeträgen, die nicht um die Lohnerhöhung von 2,1 Prozent dynamisiert wurden. Dies gilt unabhängig davon, ob die Entlastungszeit auch tatsächlich genommen oder ausbezahlt wurde. Je nach Entgeltgruppe und Zielerreichung kann für Beschäftigte so ein finanzieller Nachteil von mehreren Hundert Euro – insbesondere im Geschäftsbereich Vertrieb, wo die Richtbeträge jeweils deutlich höher ausfallen – entstehen.

Wer bereits jetzt den unterjährigen Einstieg in die „Entlastungszeit 42“ beantragt hat, und diesen nun rückgängig machen möchte, sollte dies schnellstmöglich, spätestens jedoch bis zum 30. Juni, gegenüber seiner  Personalabteilung kundtun.