Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

03.06.2016Artikel drucken

Tag des Zustellers am 6. Juni 2016

Viele Zusteller sind überlastet!

„Der hohe Krankenstand im Bereich der Zustellung bei der Deutschen Post zeigt eines ganz deutlich: Viele Brief- und Paketzusteller können die vorhandene Arbeitsmenge schlichtweg nicht mehr bewältigen und werden infolgedessen krank. Die Überlastung der Beschäftigten muss daher schnellstens gestoppt werden.“ Dies fordert der Bundesvorsit­zende der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM), Volker Geyer, anlässlich des Tages des Zustellers am 6. Juni 2016.

So lag der tendenziell seit Jahren steigende Kran­kenstand bei den Zustellern zuletzt im bundesweiten Durchschnitt bei über 12 Prozent (ohne Langzeiterkrankte). Dies führt dazu, dass hierzulande Haushalte tagelang keine Briefe oder Pakete bekommen, zumal das Unternehmen über viel zu wenig Vertreter für erkrankte Zusteller verfügt. Geyer weiter: „Die Deutsche Post muss hier dringend gegen­steuern. Wenn das Unternehmen weiterhin Marktführer bleiben will, dann muss sie mehr Personal einstellen und die Arbeitsbelastung insbesondere bei älteren Kolleginnen und Kollegen verringern. Die Zusteller brauchen für ihre Zustelltouren realistische Zeitvorgaben und flächendeckend Arbeitsmittel, die die körperlich hohe Belastung reduzieren.“

 

Die mehr als 100.000 Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post sowie den regionalen Tochtergesellschaften der DHL Delivery GmbH müssen immer mehr schwere Werbepost und vor allem Pakete in der vorgesehenen Arbeitszeit ausliefern. Mit jeder jährlichen Neu­bemessung der Zustellbezirke wird die Arbeitsbelastung der Beschäftigten größer. Diese Neubemessung hat nämlich zur Folge, dass ein Zusteller immer mehr Haushalte zu be­dienen hat. Viele Beschäftigte sind daher mittlerweile nur noch im Laufschritt unterwegs und fangen vor ihrem eigentlichen Dienstplanbeginn an zu arbeiten, um die Arbeit über­haupt bewältigen zu können. Vor diesem Hintergrund fordert die DPVKOM einen wirksa­men Überlastungsschutz für die Beschäftigten. Die Arbeitsmenge muss gerechter verteilt werden. Außerdem brauchen Betriebsräte und Gewerkschaften ein Mitspracherecht bei der Festlegung der Bemessungswerte. Diese werden nämlich bislang allein vom Arbeitge­ber bestimmt und legen fest, wie viel Zeit ein Zusteller beispielsweise für die Übergabe eines Einschreibens oder die Zustellung eines Pakets hat. Danach richtet sich dann unter anderem auch die Größe des Zustellbezirkes.

 

Mit dem Tag des Zustellers, der von der DPVKOM nach 2015 zum zweiten Mal ausgeru­fen wird, will die DPVKOM nicht nur auf Überlastung der Zustellerinnen und Zusteller der Deutschen Post aufmerksam machen. Gleichzeitig soll den Beschäftigten an diesem Tag die Wertschätzung zuteil werden, die sie von dem Arbeitgeber Deutsche Post viel zu oft vermissen. Es wäre schön, wenn sich an diesem Tag möglichst viele Menschen bei ihrer Zustellerin oder ihrem Zusteller für die geleistete Arbeit bedanken. Denn ein Dankeschön hören die Beschäftigten viel zu selten. Geyer: „Die Zusteller genießen in der Bevölkerung nach wie vor ein hohes Ansehen. Von Seiten der Deutschen Post kann man das nicht be­haupten. Diese sieht die Mitarbeiter nur noch als Kostenfaktor und suggeriert ihnen tagein und tagaus, dass sie zu viel verdienen. Wir wehren uns dagegen, dass die Arbeit des Zu­stellers aus Sicht des Arbeitgebers immer weniger wert sein soll, nur damit dieser sein völlig überzogenes Gewinnziel von 5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 realisieren kann.“

Pressemitteilung: Viele Zusteller sind überlastet!

Plakat zum Tag des Zustellers