Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

03.06.2015Artikel drucken

Tag des Zustellers am 6. Juni 2015

Überlastung der Zusteller muss gestoppt werden!

  • Olympiasieger Dieter Baumann mit Zustellern der Deutschen Post.
    Foto: Maik Brandenburger
    Olympiasieger und Schirmherr des Tages des Zustellers Dieter Baumann mit Zustellern der Deutschen Post.

„Die Wertschätzung in der Bevölkerung gegenüber den Zustellern ist hoch. Vonseiten der Deutschen Post kann man das nicht behaupten. Diese sieht die Mitarbeiter nur noch als Kostenfaktor und suggeriert ihnen tagein und tagaus, dass sie zu viel verdienen. Wir wehren uns dagegen, dass die Arbeit des Zustellers aus Sicht des Arbeitgebers immer weniger wert sein soll.“ Dies sagte der Bundesvorsitzende der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM), Volker Geyer, im Vorfeld des „Tages des Zustellers“, den die DPVKOM am 6. Juni 2015 erstmals durchführt.

An diesem Samstag sollen die Beschäftigten einmal die Wertschätzung erfahren, die sie von ihrem Arbeitgeber oftmals vermissen. Geyer weiter: „Es wäre schön, wenn sich an diesem Tag möglichst viele Menschen bei ihrer Zustellerin oder ihrem Zusteller für die geleistete Arbeit bedanken. Denn ein Dankeschön hören die Beschäftigten viel zu selten.“

Die Zustellerinnen und Zusteller der Deutschen Post leisten eine hervorragende Arbeit, und das bei Wind und Wetter. Sie sorgen dafür, dass die Kunden der Deutschen Post ihre Briefe und Pakete schnellstmöglich erhalten und machen sich dafür im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken krumm. Dabei haben sich die Arbeitsbedingungen der Zusteller der Deutschen Post in den vergangenen Jahren enorm gewandelt. So müssen die insgesamt rund 100 000 Brief- und Paketzusteller immer mehr Briefe, Werbesendungen und Pakete in der vorgesehenen Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden ausliefern. Viele Beschäftigte sind mittlerweile nur noch im Laufschritt unterwegs und haben für einen kurzen Plausch an der Haustür keine Zeit mehr. Zahlreiche Zusteller fangen auch vor ihrem eigentlichen Dienstplanbeginn an zu arbeiten, um die Arbeit überhaupt bewältigen zu können. So sind die Zustellbezirke in den vergangenen Jahren stetig vergrößert worden. Das hat zur Folge, dass ein Zusteller immer mehr Haushalte zu bedienen hat. 

Volker Geyer: „Als DPVKOM sagen wir: Mit der Überlastung der Zusteller bei der Deutschen Post muss Schluss sein! Daher fordern wir in der laufenden Tarifrunde einen wirksamen Überlastungsschutz in Form eines Bemessungstarifvertrages. Dafür streiken wir auch!“ So hat die DPVKOM in der aktuellen Tarifrunde bereits zahlreiche Streiks durchgeführt, denen wohl noch weitere Arbeitsniederlegungen folgen werden. 

Ziel des Bemessungstarifvertrages ist es, die Arbeitsmenge gerechter zu verteilen und zu gewährleisten, dass die Beschäftigten gesund bis zum Renten- oder Pensionsalter arbeiten können. Das Tarifwerk sieht daher unter anderem Zeitzuschläge für ältere Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr sowie ein Mitspracherecht der Betriebsräte und der Gewerkschaft bei der Festlegung der Bemessungswerte vor. Diese werden nämlich bislang allein vom Arbeitgeber bestimmt und legen fest, wie viel Zeit ein Zusteller beispielsweise für die Übergabe eines Einschreibens oder die Zustellung eines Pakets hat.

Die Deutsche Post verfolgt jedoch nur ein Ziel: Löhne runter! Dadurch will sie die hoch gesteckten Gewinnerwartungen von 5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 realisieren. Geyer weiter: „Dieser Gewinn soll allein auf dem Rücken der Beschäftigten erwirtschaftet werden. Das lehnen wir ab“, so der DPVKOM-Bundesvorsitzende.

Der Tag des Zustellers am 6. Juni 2015 ist für die DPVKOM auch aus einem anderen Grund ein besonderes Datum. So wurde die DPVKOM am 6. Juni 1890, also vor genau 125 Jahren als Verband Deutscher Postassistenten in Berlin gegründet.

 

Pressemitteilung: Überlastung der Zusteller muss gestoppt werden!

Weitere Informationen zum Tag des Zustellers