Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

05.09.2016Artikel drucken

Über Grundlagen der Arbeitssicherheit diskutiert!

Rund 150 Betriebsräte und Gäste konnte der DPVKOM-Bundesvorsitzende Volker Geyer zur diesjährigen Betriebsrätekonferenz der DPVKOM vom 31. August bis 2. September in Heidelberg begrüßen. Schwerpunktthema der Zusammenkunft der betrieblichen Interessenvertreter aus den Postnachfolgeunternehmen und Call-Centern waren diesmal die Grundlagen der Arbeitssicherheit. Zahlreiche Referenten beleuchteten in ihren Vorträgen unterschiedliche Aspekte dieses wichtigen Themas.

Zunächst hatte Volker Geyer in seiner Eröffnungsrede jedoch einen Blick auf die aktuelle Situation in den Postnachfolgeunternehmen geworfen und über die derzeitigen gewerkschaftspolitischen Themen berichtet. Dabei kritisierte er unter anderem die Unternehmenspolitik der Deutschen Post und hier insbesondere die Austöchterung und Gründung der DHL-Delivery-Regionalgesellschaften. Angesichts eines im vergangenen Jahr erzielten Gewinns von 2,4 Milliarden Euro sei dieser Schritt betriebswirtschaftlich nicht notwendig und überdies ein Schlag ins Gesicht aller Delivery-Beschäftigten gewesen. „Das ist und beliebt eine Sauerei“, so Volker Geyer. Für die DPVKOM gehe es bei aller Kritik nun darum, in die Zukunft zu schauen und die Mitarbeiter sowie Betriebsräte bei der DHL Delivery GmbH tatkräftig zu unterstützen.

Vor dem Hintergrund des übergeordneten Themas der Betriebsrätekonferenz bekräftigte Volker Geyer die Forderung der DPVKOM nach einem Bemessungstarifvertrag: „Der Bemessungstarifvertrag ist und bleibt unsere Erfindung!“ Dass die Mitarbeiter überlastet seien, zeige doch allein der Krankenstand bei der Deutschen Post von mehr als 12 Prozent.

Darüber hinaus verlangte der DPVKOM-Bundesvorsitzende mehr Wertschätzung für die Beschäftigten. Ein Arbeitgeber erster Wahl, so wie sich der Postvorstand immer gerne sehe, sei das Unternehmen schon lange nicht mehr.

Deutsche Telekom wurde ebenfalls kritisiert
Auch mit dem zweiten großen Unternehmen aus unserem Organisationsbereich ging Volker Geyer hart ins Gericht. So kritisierte er die Deutsche Telekom unter anderem dafür, dass das Unternehmen rund 1,7 Millionen Euro bei der Betreuung der Kinder der Mitarbeiterinnen einsparen will. Dabei seien Kindertagesstätten notwendiger denn je, vor allem, weil die Telekom viele Standorte geschlossen habe, ständig umorganisiere und die Beschäftigten wesentlich längere Wege zur Arbeit in Kauf nehmen müssten. Die DPVKOM werde sich diesbezüglich in den nächsten Wochen an den Personalvorstand des Unternehmens wenden. In dieser Frage müsse es auch einen Aufschrei durch die Betriebsräte der Telekom geben.

Ein weiterer Höhepunkt des ersten Tages war dann der Vortrag von Frank Berndt, dem Leiter einer Fachberatungsstelle für Burnout. Mit seinen überaus interessanten und kurzweiligen Ausführungen zeigte dieser zunächst auf, dass die psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen von Erwerbstätigen in den zurückliegenden Jahren dramatisch zugenommen haben. Nach den Muskel- und Skeletterkrankungen liegen diese nunmehr auf Platz 2 der häufigsten Krankheitsursachen von Beschäftigten. Diese Entwicklung hänge eng zusammen mit der Digitalisierung der Arbeitswelt zusammen. Durch die Erfindung des Computers und des Internets sowie die zunehmende Verbreitung des Smartphones nehme der Arbeitsdruck auf die Menschen zu. Die unter anderem damit verbundene ständige Erreichbarkeit führe zu Stress und mache auf Dauer krank.

Arbeitsgruppen am zweiten Tag
Weitere Aspekte zum Themenkomplex „Arbeits- und Gesundheitsschutz“ sowie zu aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Unternehmen wurden dann am zweiten Tag der Betriebsrätekonferenz in mehreren Arbeitsgruppen intensiv erörtert. Dazu konnte die DPVKOM Vertreter von der Deutschen Post, der Deutschen Telekom, einen Experten von der Berufsgenossenschaft Verkehr und eine Trainerin für Entspannungstechniken begrüßen. Den Abschluss der Betriebsrätekonferenz 2016 bildete am dritten Tag ein Vortrag des DPVKOM-Justiziars Stephan Dimitriadis. Dieser informierte die Betriebsräte unter anderem über die ihnen zustehenden Rechte in Bezug auf die tägliche Betriebsratsarbeit. Dabei konnte er zahlreiche Einzelfragen der betrieblichen Interessenvertreter beantworten.

Fazit: Die diesjährige Betriebsrätekonferenz der DPVKOM war erneut eine gelungene Schulungsveranstaltung, bei der auch der Informations- und Meinungsaustausch der Betriebsräte aus den unterschiedlichen Organisationsbereichen der DPVKOM nicht zu kurz kam.