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31.01.2020 

Telekom-Beamte fühlen sich abgeschoben

Ende letzten Jahres waren noch etwa 25 000 Beamte bei der Telekom beschäftigt, wobei die überwiegende Anzahl davon zu Tochterunternehmen zugewiesen oder beurlaubt sind. Nicht nur bei diesen Betroffenen macht sich der Eindruck breit, dass sie von dem Unternehmen nach langjähriger erfolgreicher Arbeit nun abgeschoben werden und mit teilweise üblen und perfiden Methoden dazu bewegt werden sollen, das Unternehmen möglichst schnell zu verlassen.

So erreichen die DPVKOM immer mehr Beschwerden von Telekom-Beamten, die sich nach Umorganisationen vom Arbeitgeber abgeschoben fühlen oder aus dem gesamten Bundesgebiet an Standorte in Darmstadt und Köln versetzt werden. In vielen Fällen werden die Kolleginnen und Kollegen ihrer bisherigen Aufgaben beraubt und entweder mit keinen oder teilweise sinnlosen und oftmals unterwertigen Aufgaben betraut. Durch die mitunter mitarbeiterfeindlichen und auch menschenunwürdigen Arbeitssituationen werden viele der Betroffenen krank und müssen das Unternehmen wegen dauernder Dienstunfähigkeit mit erheblichen Abschlägen verlassen.

Versetzung ohne konkrete Aufgaben

Der DPVKOM sind mehrere Fälle bekannt, bei denen Beamte aus dem Großraum Frankfurt nach Köln versetzt wurden, dort bei einer Tochtergesellschaft arbeiten sollen, aber keine konkrete Aufgabe haben. In einem anderen Fall wird berichtet, dass ein Beamter aus dem Raum Darmstadt nach Köln versetzt wurde, um dort einen „wichtigen“ Projektauftrag zu erledigen. Für diese Arbeit, die er in ein bis zwei Stunden am Tag bewältigen kann, muss er täglich mehrere Stunden pendeln. Ein Heimarbeitsplatz wurde dem Kollegen mit erheblichen gesundheitlichen Problemen bislang verweigert.

Den Beamten bleiben wenig Möglichkeiten sich zu wehren. In vielen Fällen laufen Klagen vor den Verwaltungsgerichten ins Leere oder werden von den Anwälten der Telekom in die Länge gezogen beziehungsweise durch den Instanzenweg getrieben, bis die klagenden Beamten aus finanziellen Gründen oder auch entmutigt aufgeben. Den Betriebsräten bleiben auch wenig Handlungsmöglichkeiten, da die Mitbestimmungsrechte oft nicht ausreichen, um dem Vorgehen der Telekom einen Riegel vorzuschieben.

Wie skandalös der Umgang der Telekom mit den Beamten mittlerweile ist, zeigt nicht zuletzt ein „Brandbrief“ von mehreren Hundert Telekom-Beamten an Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), den die „Wirtschaftswoche“ Mitte Januar online veröffentlichte. Die DPVKOM will die Beamten bei ihren Anliegen weiter unterstützen. Dazu benötigen wir weitere konkrete Beispiele, wie beamtete Beschäftigte bei der Telekom unter Druck gesetzt werden, grundlos versetzt oder aus ihrer Sicht schikaniert werden. Senden Sie Ihre Berichte an: karlheinz.vernetkosik(at)dpvkom.de