Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

01.10.2014Artikel drucken

Standortkonzept der Deutschen Telekom ist unsozial und mitarbeiterfeindlich!

  • VCS, Standortkonzept
    Foto: Maik Brandenburger
    Bei der VCS sind viele Schwerbehinderte beschäftigt, die von den geplanten Standortveränderungen ebenfalls betroffen wären.

„Das von der Geschäftsführung der Vivento Customer Services (VCS) präsentierte neue Standortkonzept ist unsozial, mitarbeiterfeindlich und dient nur dem Zweck, möglichst viele Beschäftigte aus dem Unternehmen Deutsche Telekom herauszudrängen!“ Mit diesen Worten kommentiert der Bundesvorsitzende der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM), Volker Geyer, das vor wenigen Tagen bekannt gewordene Vorhaben der VCS, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, die Anzahl ihrer Standorte von bundesweit 15 auf nur noch fünf bis Anfang 2017 zu reduzieren. Dann sollen nur noch die VCS-Zentrale in Bonn und die bisherigen VCS-Standorte in Braunschweig, Bremerhaven und Regensburg weiterexistieren und neue Standorte in Dortmund und Mannheim hinzukommen. Die bisherigen Standorte in Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Göppingen, Hennigsdorf, Kassel, München, Nürnberg, Offenburg, Osnabrück, Rendsburg, Uelzen und Weingarten sollen dichtgemacht werden. Zurzeit arbeiten rund 2 700 Mitarbeiter an den VCS-Standorten, die Call-Center-Tätigkeiten im Auftrag der Deutschen Telekom ausführen. Das Unternehmen begründet diese Streichorgie damit, dass ein Großteil der einzelnen Standorte nicht wirtschaftlich arbeitet.

Für viele VCS-Beschäftigte hat dieser geplante Kahlschlag zur Folge, dass sie zukünftig einen Arbeitsort aufsuchen müssen, der mehrere Hundert Kilometer vom jetzigen entfernt und damit erst nach einer mehrstündigen Anreise zu erreichen ist. So bräuchten beispielsweise Beschäftigte am VCS-Standort Rendsburg mindestens drei Stunden, um zu ihrem neuen Arbeitsort in Bremerhaven zu gelangen. Diese Belastung werden zahlreiche Mitarbeiter nicht auf sich nehmen können und daher das Unternehmen notgedrungen verlassen. „Auf diese Art und Weise werden mitunter langjährige Mitarbeiter kalt abserviert und mit Abfindungs- und Vorruhestandsangeboten nach Hause geschickt. Das lehnen wir strikt ab“, so Geyer weiter. Die DPVKOM fordert das Unternehmen auf, diese Schließungspläne zu stoppen und über sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigten zu verhandeln. Geyer: „Das, was derzeit auf dem Tisch liegt, ist ein reines Personalabbauprogramm! Wir verlangen, dass die Deutsche Telekom die Beschäftigten weiterhin wohnortnah einsetzt. Zwar hat der Arbeitgeber angekündigt, dass den von einer Standortschließung betroffenen Mitarbeitern alternative Arbeitsplätze bei der Telekom Deutschland GmbH angeboten werden. Allerdings besteht bislang keine Verpflichtung der Telekom Deutschland GmbH, die VCS-Mitarbeiter zu übernehmen. Das wollen wir ändern.“

Pressemitteilung (pdf)