Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

14.04.2015Artikel drucken

Mitarbeiter sollten Qualifizierungsanspruch nutzen

  • Beschäftigte der Deutschen Telekom haben das Recht, sich während der Arbeitszeit an insgesamt drei Arbeitstagen pro Jahr individuell weiterqualifizieren zu lassen.
    Foto: Ralf Reinhardt
    Beschäftigte der Deutschen Telekom haben das Recht, sich während der Arbeitszeit an insgesamt drei Arbeitstagen pro Jahr individuell weiterqualifizieren zu lassen.

Die permanenten technischen Innovationsschritte bei der Telekom erfordern, dass auch das Personal stetig weiterqualifiziert wird. Die DPVKOM hat zum Thema „Qualifizierung“ tarifvertragliche Regelungen mit der Telekom abgeschlossen, die auch einen Anspruch auf Weiterqualifizierung für die einzelnen Mitarbeiter beinhaltet.

Darüber hinaus haben Beschäftigte auf der Basis entsprechender Gesamtbetriebsvereinbarungen die Möglichkeit, sich während der Arbeitszeit fortzubilden. Die DPVKOM hält dies für sehr wichtig, denn nur durch kompetentes Wissen können die alltäglichen Anforderungen im Betrieb gemeistert werden. Weiterbildung liegt aber auch im originären Interesse des Arbeitgebers. Nur durch gut aus- und fortgebildete Mitarbeiter kann die hohe Arbeitsqualität im Unternehmen gewährleistet werden. 

 

Da es immer wieder zu Problemen bei der konkreten Abwicklung so genannter Qualifizierungstage kommt, sollen die entsprechenden Regelungen nachfolgend noch einmal verdeutlicht werden:

Gemäß des Tarifvertrages und den entsprechenden Betriebsvereinbarungen hat jeder Mitarbeiter das Recht, sich während der Arbeitszeit an insgesamt drei Arbeitstagen pro Jahr individuell weiterqualifizieren zu lassen. Hierzu gibt es einen Katalog an Maßnahmen, die sowohl konkrete betriebliche als auch übergeordnete Themen, wie zum Beispiel Sprachkurse und Office-Programme, beinhalten. Die Auswahl der entsprechenden Weiterbildungsmaßnahme wird gemeinsam mit der jeweiligen Führungskraft einvernehmlich erstellt. Diese Auswahl muss anschließend im Qualifizierungstool dokumentiert werden.

 

Abweichungen nur im Ausnahmefall

Eine Abweichung von diesen Vereinbarungen kann nur erfolgen, wenn eine Durchführung der konkreten Qualifizierungsmaßnahmen aufgrund betrieblicher Anforderungen als nicht mehr sinnvoll oder vom jeweils zuständigen Betriebsrat oder Gesamtbetriebsrat als nicht mehr zielführend angesehen wird. Damit gibt es nur wenige Gründe, solche Maßnahmen nicht stattfinden zu lassen. In vielen Betrieben kommt dies aber immer wieder vor, sei es, weil Referenten ausfallen, nicht genügend Teilnehmer anwesend sind oder die Schulung aus anderen Gründen storniert wird. Dadurch sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Schulungstage verfallen. Die DPVKOM fordert deshalb zeitnah betriebliche Regelungen, wonach der Anspruch auf eine entsprechende Qualifizierung erhalten bleibt und die vereinbarten Schulungsmaßnahmen auch tatsächlich durchgeführt werden.

 

Auch Freizeit zur Weiterbildung nutzen

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit der freiwilligen Weiterbildung in der Freizeit. Hier können vorhandene Kenntnisse erweitert oder aktualisiert werden, die nicht im direkten Bezug zur aktuellen Tätigkeit stehen müssen. Durch die Telekom werden hier beispielsweise Kurse bei der Volkshochschule (VHS), Sprachkurse oder technische Zusatzqualifizierungen finanziell gefördert. Dazu erhalten die Betriebe ein jährliches Budget. Die Bezuschussung kann allerdings nur erfolgen, wenn vorher ein entsprechender Antrag an den Personalbereich gestellt wurde. Das heißt, die Beschäftigten müssen diese Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung selbst aktiv einfordern.