Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

27.03.2015Artikel drucken

Konfrontationskurs der Deutschen Post gegenüber den eigenen Beschäftigten kritisiert!

  • Beate Müller-Gemmeke und Volker Geyer.
    Foto: DPVKOM
    Beim Meinungsaustausch mit der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke wies Volker Geyer auf den drohenden Tarifkonflikt bei der Deutschen Post hin.
  • Foto: DPVKOM Volker Geyer (r.) sprach mit dem Bundestagsabgeordneten Ralf Brauksiepe auch über die unsoziale Vorgehensweise der Deutschen Post bei der DHL Delivery GmbH.

Der bevorstehende Tarifkonflikt bei der Deutschen Post stand im Mittelpunkt von Gesprächen des DPVKOM-Bundesvorsitzenden Volker Geyer mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Ralf Brauksiepe (CDU) und Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) am 23. beziehungsweise 24. März in Berlin.

Sowohl in dem Meinungsaustausch mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) als auch mit der bündnisgrünen Sprecherin für Arbeitnehmerrechte kritisierte Volker Geyer erneut den Konfrontationskurs des Unternehmens gegenüber den eigenen Beschäftigten. Diese hätten in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Zugeständnisse machen und eine Absenkung der Eingangsgehälter hinnehmen müssen. Die Gründung von 49 Gesellschaften der DHL Delivery GmbH gehe nun ebenfalls eindeutig zu Lasten der Beschäftigten. Gerade den Mitarbeitern mit der körperlich schwersten Arbeit und einem bereits jetzt schon niedrigen Gehalt würden nun erneut die Löhne gekürzt. Gleichzeitig verspreche das Unternehmen den Aktionären eine Gewinnsteigerung bis 2020 von derzeit rund drei auf dann fünf Milliarden Euro, also um sage und schreibe knapp 70 Prozent. Das Unternehmen stehe wirtschaftlich glänzend dar. Der DPVKOM-Bundesvorsitzende warf der Post nicht nur das Unterlaufen der Haustarifverträge vor, sondern auch eine Flucht aus der Mitbestimmung. Schließlich müssten in den neuen Gesellschaften erst neue Betriebsräte gegründet werden, was von den Beschäftigten viel Kraft und Zeit erfordere.

Geyer forderte beide Politiker dazu auf, auf die Unternehmensführung einzuwirken, damit diese unanständige Geschäftspolitik gestoppt werde. Schließlich ist der Bund über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 21 Prozent an der Deutschen Post beteiligt. Der DPVKOM-Bundesvorsitzende stellte noch einmal klar, dass Streiks unvermeidlich seien, wenn der Unternehmensvorstand bei seiner mitarbeiterfeindlichen Vorgehensweise bleibe und die berechtigten Tarifforderungen der DPVKOM nach Abschluss eines Bemessungstarifvertrages und einer Wochenarbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich ablehne. Der drohende Tarifkonflikt bei der Deutschen Post war auch Thema einer aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag am 25. März 2015.