Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

07.03.2018Artikel drucken

Internationaler Frauentag am 8. März

Frauenrechte sind Menschenrechte!

Den Internationalen Frauentag, auch Weltfrauentag genannt, gibt es schon lange. Die Entstehungsgeschichte dieses Tages geht zurück bis ins Jahr 1910 – da könnte man fragen: Ist er nicht inzwischen überflüssig? Die Antwort darauf lautet: mit Sicherheit nicht!

Ja, es hat sich seit 1910 viel Positives für die Rechte der Frauen getan. In fast allen Ländern der Welt wurde das Wahlrecht für Frauen eingeführt. In einigen Ländern früher, in anderen später. Auch das Recht, eigenständig Arbeitsverhältnisse einzugehen, und zwar ohne Einverständnis eines Mannes, ist für uns Frauen heute, zumindest in den westlichen Industriestaaten, eine Selbstverständlichkeit. Was jedoch noch eine Seltenheit ist: Frauen in  Spitzenpositionen, insbesondere in der Politik und in der Wirtschaft.

Zwar haben wir seit 2005 eine Bundeskanzlerin und in der fast 128-jährigen Geschichte unserer DPVKOM steht seit Kurzem nun auch erstmals eine Frau an der Gewerkschaftsspitze. Doch dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Ziel einer echten Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. Die Liste der Benachteiligungen von Frauen ist lang: So erhalten Frauen bei gleicher Qualifizierung oft nicht den gleichen  Lohn wie Männer. Die bereinigte Lohnlücke liegt noch immer bei rund sechs Prozent. Das heißt, dass Frauen bei  vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde durchschnittlich sechs Prozent weniger verdienen als Männer.

Zweites Beispiel gefällig? Die Zeiten für Kindererziehung und Pflege von Angehörigen werden noch immer nicht voll auf die Rente angerechnet. Gerade Frauen, die diese Familienarbeit nach wie vor hauptsächlich leisten, sind dadurch akut von Altersarmut bedroht. Die beiden Beispiele zeigen, dass es trotz der Errungenschaften für Frauen noch Punkte gibt, die es zu verbessern gilt.Gerade die jüngeren Frauen unserer Zeit nehmen vieles als selbstverständlich an und sind sich  nicht dessen bewusst, wie viel Schweiß und auch Blut geflossen sind, um den heutigen Status zu erreichen. Es besteht die Gefahr, dass bereits erkämpfte Vorteile von der kapitalistisch orientierten Wirtschaft wieder infrage gestellt und noch bestehende Missstände nicht beseitigt werden. Hier heißt es: Wachsam sein und bleiben!

Dies gilt auch hinsichtlich neuer Arbeitsformen infolge der Digitalisierung von Arbeitsabläufen (Stichwort „Arbeit 4.0“). Neue Methoden der Arbeitsorganisation und der Führung spielen dabei eine immer größere Rolle. So gibt es zum Beispiel bei der Telekom inzwischen viele Bereiche, in denen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschwellig oder gar offen erwartet wird, dass sie immer erreichbar sind, wenn sie eine entsprechende Ausstattung mit einem   dienstlichen Smartphone und einem Laptop haben. Es ist durchaus kein seltenes Szenario mehr, dass eine Mitarbeiterin sich, nachdem sie die Kinder ins Bett gebracht hat, noch mal an den Rechner setzt und E-Mails bearbeitet und  beantwortet. Dabei besteht die Gefahr, dass die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zusehends verwischt und die  Kolleginnen und Kollegen keine echten Ruhephasen mehr nach der Arbeit haben. Das darf nicht sein.

Die DPVKOM-Frauen werden den Veränderungsprozess von Arbeit 4.0 daher kritisch begleiten und uns dafür einsetzen, dass verbriefte Schutzrechte nicht nur für Frauen, sondern für alle Beschäftigten erhalten bleiben. Dazu zählt unter  anderem auch der Datenschutz – Stichwort: gläserner Mitarbeiter. Wir werden Anregungen dafür geben, wie neue Wege beschritten werden können, um gesundes Arbeiten zu unterstützen.

Darüber hinaus werden sich die DPVKOM-Frauen  auf jeden Fall weiter für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Rechte der Frauen bei der  Post, der Telekom, der Postbank, in den Call-Centern und natürlich auch in der Gesellschaft allgemein starkmachen.  Denn Frauenrechte sind Menschenrechte. Geht es den Frauen besser, dann geht es auch der Gesellschaft besser.

Plakat zum Internationalen Frauentag