Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

31.03.2015Artikel drucken

DPVKOM ruft zu Warnstreiks bei der Deutschen Post auf!

Die Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) hat ihre Mitglieder in mehreren Zustellstützpunkten und Briefzentren der Deutschen Post zu Warnstreiks in den kommenden Tagen aufgerufen. Die ersten Arbeitsniederlegungen beginnen am 1. April und werden in den darauffolgenden Tagen fortgesetzt. Streikschwerpunkte sind Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

An den Warnstreiks werden sich voraussichtlich mehrere Hundert Mitarbeiter beteiligen. Zahlreiche Menschen werden deshalb ihre Briefe und Osterpost später erhalten. „Die Verantwortung für diese Warnstreiks trägt allein die Deutsche Post. Die Mitarbeiter sind es satt, dass sie bis zur totalen Erschöpfung arbeiten müssen, nur damit der Postvorstand seine völlig überzogenen Gewinnerwartungen realisieren und die Interessen der Aktionäre befriedigen kann“, so der DPVKOM-Bundesvorsitzende Volker Geyer. Und weiter: „Die Deutsche Post sollte diesen Warnschuss ernst nehmen.“

 

Mit dem Streik will die DPVKOM ihrer Forderung nach Abschluss eines Bemessungstarifvertrages und der Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich Nachdruck verleihen. Ziel des Bemessungstarifvertrages ist es, die mehr als 85.000 Brief- und Verbundzusteller wirksam vor Überlastung zu schützen, indem die Arbeitsmenge gerechter verteilt wird. Das Tarifwerk sieht unter anderem Zeitzuschläge für ältere Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr sowie ein Mitspracherecht der Betriebsräte und der Gewerkschaft bei der Festlegung der Bemessungswerte vor. Diese werden nämlich bislang allein vom Arbeitgeber bestimmt und legen fest, wie viel Zeit ein Zusteller beispielsweise für die Übergabe eines Einschreibens oder die Zustellung eines Pakets hat. Viele Zusteller sind oder werden krank, weil sie das immense Arbeitsaufkommen nicht mehr bewältigen können. So liegt der Krankenstand im Unternehmensbereich Brief mittlerweile bei knapp 10 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt aller Wirtschaftsbranchen.

 

Mit ihrer Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung reagiert die DPVKOM auch darauf, dass die Deutsche Post mit der Gründung der 49 DHL-Delivery-Gesellschaften ihre eigenen Haustarifverträge unterläuft. „Es kann nicht sein, dass gerade die Mitarbeiter mit dem härtesten Job im Unternehmen, nun noch weniger verdienen sollen. Die Deutsche Post hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von knapp drei Milliarden Euro erzielt, davon fast 1,3 Milliarden Euro allein im Brief- und Paketgeschäft. Das Unternehmen steht wirtschaftlich glänzend dar. Davon müssen auch diejenigen profitieren, die dies erwirtschaftet haben. Deshalb ist eine Arbeitszeitverkürzung für alle Postmitarbeiter gerechtfertigt“, so Volker Geyer.


Pressemitteilung: DPVKOM ruft zu Warnstreiks bei der Deutschen Post auf