Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

07.03.2017 

Weltfrauentag am 8. März

DPVKOM-Frauen fordern Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Der Weltfrauentag am 8. März ist ein Tag, der den Frauen in aller Welt gewidmet ist. Dieser auch als Internationaler Frauentag bezeichnete Tag, der hierzulande im Jahr 1911 zum ersten Mal gefeiert wurde, ist auch ein besonderer und wichtiger Tag für alle Frauen, die für die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Lebensbereichen kämpfen beziehungsweise gekämpft haben.

Nie zuvor waren Frauen so sichtbar und erfolgreich wie heute. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Bildungsabschlüssen und den Erwerbsquoten. So haben mehr als die Hälfte aller 20- bis 29-jährigen Frauen das Abitur oder die Fachhochschulreife erreicht, jedoch nur 44 Prozent der Männer gleichen Alters. Waren 2004 nur 66,1 Prozent der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren erwerbstätig oder auf der Suche nach einer Erwerbstätigkeit, galt dies 2014 bereits für 72,8 Prozent. Auch die Zahl der weiblichen Führungskräfte hat sich leicht erhöht. Fast scheint es so, als ob die immer wieder geforderte Gleichberechtigung von Frau und Mann nun endlich erreicht sei.

Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung

Dessen ungeachtet treten im Verhältnis der beiden Geschlechter immer noch alte Muster zu Tage. So verdienen Frauen im Durchschnitt nach wie vor rund 20 Prozent weniger Geld als Männer. Einen Großteil der unbezahlten Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeiten übernehmen auch in der heutigen Gesellschaft Frauen. In diesem Bereich besteht in Sachen Gleichberechtigung, die mitunter auch gleiche Pflichten und Aufgaben beinhaltet, noch erheblicher Nachholbedarf.

Zwar planen Mann und Frau ihre Zukunft gemeinsam und sie streben dabei auch an, finanziell nicht voneinander abhängig zu sein. Letzteres ändert sich jedoch meist schlagartig, wenn ein Kind da ist. Auch wenn es zunehmend Männer gibt, die für eine gewisse Zeit zwecks Kindererziehung aus dem Beruf ausscheiden, sind es doch oft die Frauen, die zumindest für eine gewisse Zeit daheim bleiben und den Nachwuchs betreuen.

Nach wie vor ist es schwierig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Wer nicht auf die Hilfe von Großeltern oder anderen zählen kann, steht oft vor einer großen Herausforderung. Es existieren immer noch zu wenige Krippenplätze für kleinere Kinder. Erschwerend kommt hinzu, dass es zu wenige Teilzeitarbeitsstellen mit flexibler Arbeitszeit gibt, wenn die Eltern sich die Familienarbeit teilen möchten. Hier fehlt leider häufig das Verständnis bei den Arbeitgebern.

Gewerkschaftliches Engagement ist wichtig

Deshalb ist es für Frauen und Männer wichtig, sich gewerkschaftlich zusammenzuschließen und sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass bei den Postnachfolgeunternehmen familienfreundlichere Arbeitszeiten ermöglicht werden und auch mehr unbefristete Arbeitsplätze entstehen, damit die Beschäftigten eine planbare Zukunft haben. Das würde nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter leisten.

Der 8. März 2017 sollte uns Frauen noch einmal darüber nachdenken lassen, was wir in den zurückliegenden 106 Jahren schon erreicht haben. An diesem Tag dürfen wir unseren Geschlechtsgenossinnen, die sich in der Vergangenheit für die Rechte der Frauen eingesetzt haben, danken. Danach schauen wir wieder nach vorne und setzen uns weiter für die Ziele der DPVKOM-Frauen in allen Lebenslagen ein. Dabei ist es auch unsere Aufgabe, dass bislang Erreichtes nicht verloren geht und der Weg zu einer vollumfänglichen Gleichberechtigung der Geschlechter weiter beschritten wird.

Angelika Pütz

Plakat der DPVKOM-Frauen zum Weltfrauentag