Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

30.03.2015Artikel drucken

DPVKOM beim Branchendialog zum Mindestlohn

  • Noch immer gibt es in einigen Call-Centern Probleme mit der Zahlung des Mindestlohns.

Detailfragen zur Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeiten im Zusammenhang mit der Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns sowie deren Auswirkung auf das Arbeitszeitgesetz und die Arbeitszeitkonten standen im Mittelpunkt eines weiteren Branchendialogs zum Mindestlohn am 25. März 2015 in Berlin.

 


Hierzu hatte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Thorben Albrecht, zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und von Gewerkschaften eingeladen. An der Zusammenkunft nahmen beispielsweise Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), des Einzelhandelsverbandes, der Elektro- und Bauwirtschaft ebenso teil wie Bundestagsabgeordnete oder auch Abgeordnete der Ministerien.

Auf Gewerkschaftsseite war der dbb beamtenbund und tarifunion durch den Vorsitzenden der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft, Dieter Dewes, und den stellvertretenden DPVKOM-Bundesvorsitzenden Karl-heinz Vernet Kosik vertreten.


DPVKOM benennt Probleme bei der Mindestlohnzahlung

Aufgabe des Branchendialogs ist es, die Umsetzung des Mindestlohns in der Wirtschaft zu begleiten sowie allgemeine Probleme bei der Ausführung des Mindestlohngesetzes zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Die DPVKOM nutzte dieses Forum und thematisierte als einzige Gewerkschaft die mit der Einführung des Mindestlohns einhergehenden Probleme in der Call-Center-Branche. Hier kam es bei der konkreten Umsetzung des Mindestlohns in einigen Unternehmen zu negativen Begleiterscheinungen, die vom Gesetzgeber so sicherlich nicht beabsichtigt waren. So wurden Call-Center-Beschäftigten neue Arbeitsverträge zu schlechteren Konditionen angeboten und Betriebsräte unter Druck gesetzt. Diese wurden von einzelnen Arbeitgebern  aufgefordert, Betriebsvereinbarungen zu Zulagen und variablen Lohnbestandteilen zu streichen oder schlechtere Regelungen zu vereinbaren. Darüber hinaus gibt es nach wie vor Unternehmen, die bis heute keinen Mindestlohn zahlen. Hiergegen hat die DPVKOM massiv protestiert und eine stärkere Kontrolle der Unternehmen gefordert.

Die im Rahmen des Branchendialogs gesammelten Informationen werden nun an die Bundesregierung weitergegeben und von dieser bewertet.