Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

04.11.2014Artikel drucken

dbb und DPVKOM: Zwangstarifeinheit lassen wir uns nicht bieten

  • Foto: Michael Wittig
    Am 4. November haben auch DPVKOMler in Berlin gegen die geplante Tarifeinheit protestiert.

„Streikrecht ist Grundrecht!“ Diese Botschaft haben Vertreter des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften, unter den rund 200 Teilnehmern waren auch zahlreiche Mitglieder der DPVKOM, auf einer Demonstration am 4. November 2014 den Teilnehmern des Deutschen Arbeitgebertages in Berlin noch einmal unmissverständlich klar gemacht. Hintergrund ist das von der Großen Koalition auf den Weg gebrachte Gesetz zur Tarifeinheit, das nach dem Grundsatz „ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ kleinere Gewerkschaften an einer wirksamen Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder hindern würde. „Dieser Entwurf, der ja Anfang Dezember ins Parlament eingebracht werden soll, ist aus unserer Sicht der größte 'Rohrkrepierer', den sich diese Bundesregierung auf die Fahne geschrieben hat“, sagte Willi Russ, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb sowie Ehrenvorsitzender der DPVKOM, vor den Demonstrierenden.

Mit dem Gesetz werde der Versuch unternommen, „die innerbetriebliche Demokratie der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land zu zerstören, und dass sich dafür eine sozialdemokratische Bundesarbeitsministerin hergibt, ist eine Schande“, so Russ an die Adresse von Andrea Nahles (SPD). Russ ließ keinen Zweifel daran, dass sich der dbb eine Zwangstarifeinheit nicht bieten lassen und mit allen Mitteln dagegen vorgehen werde: „Wir werden aus allen Rohren schießen, wenn es um die parlamentarische Beratung im nächsten Jahr geht“, kündigte der Zweite Vorsitzende des gewerkschaftlichen Dachverbandes an. Solidarisch mit allen Gewerkschaften, die sich dieser „Gleichschaltungspolitik“ widersetzen, werde auch der dbb dafür sorgen, dass die obersten Verfassungshüter in Karlsruhe das Gesetz „in den Mülleimer der Geschichte befördern“.