Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

09.11.2015Artikel drucken

Betriebsräte der Post tagten in Dortmund

  • Betriebsrat ... Find`ich gut!

Rund 650 aus allen Betrieben des Geschäftsbereichs Post – eCommerce – Parcel (PeP) stammende Betriebsräte der Deutschen Post AG, unter ihnen auch natürlich auch DPVKOM-Betriebsräte, haben am 5. und 6. November in den Dortmunder Westfalenhallen unter dem Motto „Mitbestimmung braucht Dialog“ getagt. Zu dieser alljährlich an wechselnden Orten in Deutschland stattfindenden Versammlung hatte der Gesamtbetriebsrat eingeladen.

Hier sollen unter anderem die regionen- und betriebsübergreifenden Probleme gemeinsam mit dem Arbeitgeber erörtert werden. So kritisierten die Betriebsräte beispielsweise, dass sich so manche Führungskraft im Unternehmen in puncto Mitbestimmung nicht an Recht und Gesetz halte. Oftmals würden mitbestimmungspflichtige Tatbestände entweder gar nicht oder viel zu spät von Arbeitgeberseite an die Betriebsratsgremien weitergeleitet. Auf dieser Basis könne die während des Arbeitskampfes arg gelittene Sozialpartnerschaft nicht wieder hergestellt werden.

Postchef Frank Appel thematisierte in seinem Vortrag die derzeitigen Chancen und Risiken der Deutschen Post. Dabei seien die an das Unternehmen gestellten Herausforderungen immens. Nicht nur die Umsatzeinbußen und Kompensationskosten infolge des im Juli zu Ende gegangenen harten Tarifkonflikts würden das Geschäftsergebnis stark belasten, sondern auch die – wegen eines nicht optimal funktionierenden Computersystems – notwendig gewordenen hohen Abschreibungen im Bereich „Global Forwarding“. Zudem habe auch der Konkurrenzdruck im hiesigen Paketmarkt massiv zugenommen. Aus diesem Grund müssten nun die durch den Arbeitskampf aufgerissenen Gräben zugeschüttet werden. Außerdem sei es erforderlich, im Dialog mit den Sozialpartnern Problemlösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.


Höhere Produktivität gefordert
In diesem Zusammenhang forderte Frank Appel eine höhere Produktivität im Unternehmen. Diese Produktivitätssteigerung könne unter anderem dadurch erreicht werden, dass die anfallenden Sendungsmengen „intelligenter über die Woche verteilt werden.“ Damit rechtfertigte Appel die quasi ausfallende Montagszustellung.


Die DPVKOM ist gerne bereit, die vom Vorstandsvorsitzenden der DP AG erwähnten Gräben durch einen konstruktiven Dialog zuzuschütten. Dieser hat auch Aussicht auf Erfolg, wenn die Produktivitätssteigerung nicht zulasten der Beschäftigten geht. Außerdem muss der Arbeitgeber ernsthaft etwas gegen die Überlastung der Beschäftigten in den Produktionsbetrieben tun. Unsere diesbezüglichen Vorschläge liegen den Verantwortlichen im Posttower seit geraumer Zeit vor.