Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

14.06.2017 Artikel drucken

DPVKOM in den Medien

Bei der Deutschen Post wird an der falschen Stelle gespart!

Kritik an dem Sparwahn der Deutschen Post übte die stellvertretende DPVKOM-Bundesvorsitzende Christina Dahlhaus in einem gestern im ZDF-Politmagazin Frontal 21 ausgestrahlten Beitrag über die Paketzustellung des Unternehmens. In dem Beitrag "Wenn der Paketbote nicht klingelt - Ausbeutung bei DHL" wurde ein überaus kritischer Blick auf das Paketgeschäft geworfen und in diesem Zusammenhang auch die Überlastung der Beschäftigten thematisiert.

Obwohl die Mitarbeiter in der Zustellung und in den Brief- und Paketzentren den Gewinn des Unternehmens im Jahr 2016 von fast 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet haben, nimmt das Unternehmen in diesem Bereich weitere Einsparungen vor. Es fehle an Personal und teilweise auch an Arbeitsmitteln und Arbeitsmaterial, so Christina Dahlhaus. "Hier wird an der falschen Stelle gespart", so das Fazit der stellvertretenden DPVKOM-Bundesvorsitzenden.

Aus Sicht der DPVKOM ist die Situation der Beschäftigten bei der Deutschen Post auch vor dem Hintergrund des überaus harten Wettbewerbs in der gesamten Paketbranche zu sehen. Ob DHL, Hermes, DPD, GLS oder UPS – jeder versucht, den Preis vom anderen zu unterbieten. Ziel ist es, den eigenen Marktanteil zu steigern und mehr Umsatz zu generieren. Dieser Dumpingwettbewerb geht eindeutig zulasten der Beschäftigten. Die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Branche sind teilweise skandalös. Es gibt zwar den Mindestlohn von mittlerweile 8,84 Euro, allerdings wird dieser von einigen Arbeitgebern mit allen möglichen Tricks umgangen. Der Druck auf die Arbeits- und Einkommensbedingungen entsteht jedoch auch vonseiten der Großkunden. Amazon und Co. drücken die Preise und spielen die Paketzustellfirmen gegeneinander aus. Nicht zuletzt leisten auch wir Kunden unseren Beitrag, dass die Löhne und Arbeitsbedingungen unter Druck geraten: Es ist fast niemand mehr bereit, für den Versand etwas zu bezahlen. Aus Sicht der DPVKOM sollte hier ein Umdenken bei den Verbrauchern stattfinden.

Der Beitrag in Frontal 21 ist hier abrufbar.