Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

30.11.2017 Artikel drucken

22. Gewerkschaftstag der DPVKOM in Berlin

Arbeit sozial gestalten!

  • Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Rahmen des Gewerkschaftstages: (v.l.) Moderatorin Constanze Abratzky, Peter Weiß (MdB CDU/CSU), Beate Müller-Gemmeke (MdB BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Johannes Vogel (MdB FDP), Christina Dahlhaus (DPVKOM-Bundesvorsitzende), Jutta Krellmann (MdB DIE LINKE) und Bernd Rützel (MdB SPD). Foto: Friedhelm Windmüller Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Rahmen des Gewerkschaftstages: (v.l.) Moderatorin Constanze Abratzky, Peter Weiß (MdB CDU/CSU), Beate Müller-Gemmeke (MdB BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Johannes Vogel (MdB FDP), Christina Dahlhaus (DPVKOM-Bundesvorsitzende), Jutta Krellmann (MdB DIE LINKE) und Bernd Rützel (MdB SPD).
  • Zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung der DPVKOM zur öffentlichen Veranstaltung gefolgt. Zahlreiche Ehrengäste waren der Einladung der DPVKOM zur öffentlichen Veranstaltung gefolgt.
  • Die DPVKOM-Bundesvorsitzende forderte in ihrer Rede unter anderem die Politik dazu auf, gesetzliche Regelungen für eine soziale Gestaltung der Arbeitswelt zu erlassen. Die DPVKOM-Bundesvorsitzende forderte in ihrer Rede unter anderem die Politik dazu auf, gesetzliche Regelungen für eine soziale Gestaltung der Arbeitswelt zu erlassen.
  • Der Bundesvorsitzende des dbb bematenbund und tarifunion, Ulrich Silberbach, unterstrich in seinem Grußwort die enge Verbindung zwischen DPVKOM und dbb. Der Bundesvorsitzende des dbb bematenbund und tarifunion, Ulrich Silberbach, unterstrich in seinem Grußwort die enge Verbindung zwischen DPVKOM und dbb.

„Wir wollen und werden Arbeit sozial gestalten.“ Das sagte die neue Bundesvorsitzende der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM), Christina Dahlhaus, heute im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung des DPVKOM-Gewerkschaftstages in Berlin. In ihrer Grundsatzrede ging sie insbesondere mit den Vorständen der Deutschen Post und der Deutschen Telekom hart ins Gericht.

Diese hätten nur ein Ziel, nämlich die Gewinnmaximierung um jeden Preis! Mitarbeiter würden nur noch als Kostenstellen betrachtet. Das sei unsozial. In diesem Zusammenhang hob sie die wichtige Rolle der DPVKOM hervor. Die soziale Gestaltung von Arbeitsbedingungen sei nur mit und nicht gegen die Gewerkschaften möglich, so die DPVKOM-Bundesvorsitzende.

Die anwesenden Arbeitgebervertreter forderte sie auf, den Beschäftigten mehr Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen. „Wo ist der Respekt bei vielen Krankengesprächen, wenn Mitarbeiter eingeschüchtert werden, und wo ist der Respekt, wenn Mitarbeiter im Krankenstand ständig angerufen werden?“, fragte sie. Darüber hinaus bekräftigte sie die Forderung der DPVKOM nach einem wirksamen Überlastungsschutz für die Beschäftigten. Dazu könnten beispielsweise planbare Arbeitszeiten beitragen.

Hinsichtlich einer sozialen Gestaltung der Arbeitswelt sei aber auch die Politik gefordert. An die Adresse von mehreren anwesenden Bundestagsabgeordneten gerichtet, sagte Christina Dahlhaus: „Die Regelungsmöglichkeiten für eine soziale Gestaltung der Arbeitswelt liegen in Ihrer Hand. Sorgen Sie dafür, dass es keine Tarifflucht mehr gibt. Ändern Sie das Teilzeitbefristungsgesetz und schaffen Sie das Tarifeinheitsgesetz ab. Sorgen Sie dafür, dass Betriebsübergänge nicht an der Tagesordnung stehen und führen Sie Mechanismen für einen wirksamen Überlastungsschutz ein.“ Eine Verbesserung des Arbeitsschutzes und eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte seien auch im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt erforderlich. „Arbeit 4.0 braucht auch einen Beschäftigungsschutz 4.0“, so die DPVKOM-Bundesvorsitzende.

Zum Abschluss ihrer Rede nahm Christina Dahlhaus noch einmal Bezug auf das Motto des Gewerkschaftstages „#FuerDichDa“ und das übergeordnete Kampagnenthema der DPVKOM zu der im kommenden Jahr stattfindenden Aufsichtsratswahl bei der Deutschen Post und den Betriebsratswahlen. „Wenn die Arbeitgeber den Beschäftigten nicht nur Zeit stehlen, sondern aus den Zeitdieben auch noch Gelddiebe werden, dann sind wir als DPVKOM für die Beschäftigten da!“

Neue Gewerkschaftsspitze gewählt

Am gestrigen Mittwoch war die 44-Jährige zur neuen Bundesvorsitzenden der DPVKOM gewählt worden. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze der Gewerkschaft, die mittlerweile auf eine 127-jährige Geschichte zurückblicken kann. Neue stellvertretende Bundesvorsitzende sind Adrian Klein (38), Andreas Kögler (50) und Manuel Kotte (38). 

 

DPVKOM-Pressemitteilung