Schlechter KompromissIm Bereich der Informationstechnik (IT) der Telekom Deutschland GmbH wird es künftig acht Standorte geben, und zwar in Trier, Hannover, Hamburg, Bonn, Darmstadt, Münster, Regensburg und Leipzig. Für zwei weitere Standorte, nämlich Berlin und Saarbrücken, sollen Möglichkeiten geprüft werden, inwieweit diese mit ihren Aufgaben zu T-Systems wechseln können. Dies sieht der im Konzernstandortausschuss im März nach insgesamt drei Verhandlungsrunden erzielte Kompromiss vor. Zuvor hatte der Standortausschuss eingehend über die von der Telekom beabsichtigten Standortschließungen im Vertrieb und Service Deutschland (VSD) sowie IT beraten. Zu VSD konnte er bislang keine Empfehlung aussprechen. Noch im März sollen der Betriebsrat IT und der Arbeitgeber die Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen. Nach Auffassung des Konzernstandortausschusses sollen dabei folgende Themen Gegenstand der Verhandlungen sein: Wahlrecht zum Standort, Telearbeitsplätze, zeitliche Bestandssicherungsregelungen, Qualifikationsmaßnahmen und individuelle Sicherungsmaßnahmen. Dem Betriebsrat steht allerdings frei, ob er sich an die Empfehlung des Konzernstandortausschusses halten wird oder nicht. Schließlich kann der Ausschuss nur Empfehlungen abgeben und nicht die Rechte des Betriebsrats einschränken. Der so gepriesene Standortkompromiss geht für viele IT-Mitarbeiter jedoch mit gewaltigen Veränderungen einher. Auch wenn nun entgegen der ursprünglichen Arbeitgeberpläne – die nur fünf IT-Standorte vorsahen – drei zusätzliche Standorte „gewonnen“ werden konnten, heißt das nicht, dass jetzt alle Wünsche der Beschäftigten berücksichtigt wurden. Nach Auffassung der DPVKOM hat sich der Arbeitgeber in weiten Teilen mit seiner Kahlschlagpolitik durchsetzen können. Welche Auswirkungen dies auf die Beschäftigten haben wird, liegt auf der Hand: Beamte werden nach wie vor aus dem Unternehmen gedrängt, Teilzeitbeschäftigte werden sich umorientieren müssen und einige Spezialisten werden die Telekom verlassen (müssen). Die DPVKOM wird ihren Mitgliedern selbstverständlich beratend zur Seite stehen und auch bei rechtlichen Klärungen helfen. Nicht auszuschließen sind auch gerichtliche Auseinandersetzungen.
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