DPVKOM fordert 6 Prozent mehr Entgelt für die Beschäftigten der Deutschen PostDie Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) geht mit einer Entgeltforderung von 6 Prozent in die voraussichtlich im Spätherbst beginnenden Tarifverhandlungen für die rund 125 000 Arbeitnehmer und Auszubildenden der Deutschen Post. Dabei sollen die Monatsentgelte aller Tarifkräfte um mindestens 180 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des neuen Entgelttarifvertrages soll 12 Monate betragen. Außerdem wird sich die DPVKOM in der Tarifrunde für eine Verlängerung des Schutzes vor betriebsbedingten Beendigungs- und Änderungskündigungen bis Ende 2015, den Abschluss eines Bemessungstarifvertrages und den Ausschluss weiterer Fremdvergabe im Transport sowie in der (Paket-)Zustellung einsetzen. Diese Tarifforderungen hat der Bundesvorstand der DPVKOM in seiner Sitzung am 14. September 2011 in Königswinter-Thomasberg einstimmig beschlossen. „Die Beschäftigten der Deutschen Post haben durch ihre Arbeit in den vergangenen Monaten und Jahren dafür gesorgt, dass das Unternehmen heute so glänzend dasteht und seine Ergebnisprognose für dieses Jahr sogar erhöhen konnte. Unsere Forderungen sind daher absolut gerechtfertigt“, so der DPVKOM-Bundesvorsitzende Volker Geyer. Angesichts eines Konzerngewinns von 603 Millionen Euro für das erste Halbjahr 2011 und der glänzenden Zukunftsaussichten ist genügend Geld vorhanden, damit die Beschäftigten an der positiven Entwicklung des Geschäfts in Form höherer Löhne partizipieren. Darüber hinaus gibt es aufgrund der enormen Sendungszuwächse im Paketbereich (plus 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und der Erschließung neuer Wachstumsmärkte, wie dem E-Postbrief, genügend Arbeit im Unternehmen, sodass betriebsbedingte Beendigungs- und Änderungskündigungen ausgeschlossen werden müssen. „Wir brauchen im Unternehmen Deutsche Post nicht weniger, sondern mehr Beschäftigte – vor allem qualifizierte Nachwuchskräfte“, so Geyer weiter. So macht sich der demographische Wandel auch bei der Deutschen Post bemerkbar. Mittlerweile beträgt das Durchschnittsalter der Postbeschäftigten bereits 46,9 Jahre, Tendenz steigend. Aus der „gelben Post“ wird somit immer mehr die „graue Post“. Viele Mitarbeiter der Deutschen Post sind jedoch nicht mehr dazu in der Lage, bis zur Rente oder Pension zu arbeiten. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass die Arbeitsbelastung vieler Postler, insbesondere von Zustellern, in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen hat. Vor diesem Hintergrund bekräftigt die DPVKOM ihre Forderung nach einem Bemessungstarifvertrag. Dieser verhindert die Überlastung von Zustellern, da er vorsieht, die Zeitansätze für die Zustellung von Briefen oder Paketen im Einvernehmen mit der betrieblichen Interessenvertretung festzulegen. Bislang gibt der Arbeitgeber diese einfach vor. Darüber hinaus enthält der Bemessungstarifvertrag Zeitzuschläge für ältere Zusteller. Geyer weiter: „Das oft verwendete Schlagwort vom 'alternsgerechten Arbeiten' muss nun endlich auch vom Unternehmen Deutsche Post mit Leben erfüllt werden. Der Bemessungstarifvertrag ist eine passende Antwort darauf.“ Des Weiteren wird sich die DPVKOM in den Tarifverhandlungen dafür einsetzen, dass keine weitere Fremdvergabe von Leistungen im Transport und in der (Paket-)Zustellung erfolgt. Vielmehr wird sie darauf drängen, dass die Deutsche Post zahlreiche, bislang an Fremdfirmen vergebene Aufgaben wieder in Eigenleistung übernimmt. „Die Deutsche Post wird auf Dauer nur dann die beste Qualität am Postmarkt bieten können, wenn sie auf Fremdvergabe gänzlich verzichtet und stattdessen nur eigenes, gut aus- und fortgebildetes Personal einsetzt, das überdies vernünftig bezahlt wird“, so der DPVKOM-Bundesvorsitzende. So hat das Unternehmen mittlerweile schon zugegeben, dass der weit überwiegende Teil von vernichteten oder verloren gegangenen Sendungen den Subunternehmen zuzuordnen ist. Dementsprechend sind auch die Schadensersatzforderungen an die Servicepartner gestiegen. Fremdvergabe vernichtet jedoch nicht nur die Qualität der angebotenen Dienstleistung, sondern auch Arbeitsplätze bei der Deutschen Post. Außerdem führt sie zu Lohn- und Sozialdumping in der gesamten Postbranche. Schließlich ist es alleiniger Zweck dieser „Unternehmenspolitik“, Kosten zu minimieren. Die Leidtragenden davon sind einmal mehr die Beschäftigten. Diese verlieren entweder ihre Arbeitsplätze oder sie verdienen Niedrigstlöhne, die kaum zum Leben reichen, und überdies vom Steuerzahler in Form von staatlichen Transferleistungen (Hartz IV) finanziert und subventioniert werden. Deshalb sagt die DPVKOM: Schluss mit der Fremdvergabe! Download PDF |