Neue Gesellschaft für Kreditabwicklung geplant
Deutsche Bank will Arbeits- und Entgeltbedingungen deutlich verschlechtern
Die Tarifgemeinschaft DBV/komba/DPVKOM kritisiert die Pläne der Deutschen Bank, im Zuge der Integration der Deutschen Postbank in den Deutsche-Bank-Konzern die Arbeits- und Entgeltbedingungen der Postbank-Beschäftigten im Bereich Kreditabwicklung deutlich zu verschlechtern.
So will die Deutsche Bank im ersten Halbjahr 2012 unter dem Dach der Postbank eine neue Kreditservice GmbH gründen, die zukünftig die gesamten Kreditservicetätigkeiten der beiden Geldinstitute erbringt. Dieser Plan wurde dem Konzernbetriebsrat der Deutschen Bank Mitte August präsentiert. Sollte diese Maßnahme umgesetzt werden, müssen die davon rund 1.400 betroffenen Beschäftigten der Postbank erhebliche Entgelteinbußen, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaubstage und deutliche längere Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen. Arbeitnehmer der Postbank würden dann pro Jahr bis zu 4750 Euro weniger verdienen, mit 42 Wochenstunden bis zu 3,5 Stunden länger arbeiten als bisher, und statt 30 nur noch 27 Tage Urlaub haben. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass die Deutsche Bank auch auf eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit der in diesem Bereich tätigen Beamten drängen wird. Außerdem will die Deutsche Bank die Kreditabwicklung künftig nur noch an den drei Standorten Berlin, Essen und Hameln konzentrieren. Bislang arbeiteten die in diesem Bereich Beschäftigten der Postbank AG und der zur Postbank gehörenden BHW Bausparkasse AG an den Standorten Hamburg, Hannover, Hameln, Köln und Frankfurt.
In diesem Zusammenhang lehnt die Tarifgemeinschaft DBV/komba/DPVKOM das Vorhaben der Deutschen Bank ab, die Arbeitsverhältnisse der von der geplanten Maßnahme betroffenen Arbeitnehmer zunächst zu beenden und deutlich schlechtere Arbeits- und Entgeltbedingungen in der neuen Gesellschaft neu zu begründen. Bislang war es üblich, dass die Arbeitsverhältnisse von Beschäftigten bei der Neugründung einer Gesellschaft im Wege eines Betriebsüberganges nach §613a Bürgerliches Gesetzbuch auf die neue Firma übergingen. Dabei hätten die tarifvertraglichen Kollektivrechte in den einzelnen Arbeitsverträgen für mindestens ein Jahr Bestand gehabt.
Da die neue Kreditservice GmbH nach den Vorstellungen der Deutschen Bank nur noch rund 1150 Mitarbeiter beschäftigen soll, droht überdies ein Arbeitsplatzabbau von mehr als 200 Stellen in der Kreditabwicklung. Zwar sind im Zuge der Integration der Postbank in den Deutsche-Bank-Konzern betriebsbedingte Beendigungskündigungen bis zum 31. Dezember 2014 ausgeschlossen; für die von der konkreten Maßnahme betroffenen Beschäftigten ist dies jedoch nur ein schwacher Trost. Zahlreiche Mitarbeiter würden die neue Kreditservicegesellschaft – unter anderem aufgrund der neuen Arbeitsorte und der damit verbundenen längeren Anfahrtswege – notgedrungen verlassen. Aus Sicht der Tarifgemeinschaft muss es hier zu sozialverträglichen Lösungen kommen.
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