DPVKOM lehnt Telekom-Tarifangebot ab – Arbeitgeber provoziert ArbeitsniederlegungenDie Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) hat das von der Deutschen Telekom in der heutigen dritten Tarifrunde vorgelegte Angebot abgelehnt. Dieses sieht unter anderem eine Entgelterhöhung von 2,17 Prozent für die Mitarbeiter der Deutschen Telekom AG, der Telekom Deutschland GmbH sowie für die Servicegesellschaften Deutsche Telekom Kundenservice GmbH, Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH sowie Deutsche Telekom Technischer Service GmbH vor. „Der Arbeitgeber hat offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass sich die Beschäftigten angesichts des Kaufkraftverlustes und der positiven Geschäftsentwicklung der Telekom nicht mit Almosen abspeisen lassen wollen, sondern einen deutlichen Einkommenszuwachs erwarten“, so der stellvertretende DPVKOM-Bundesvorsitzende Horst Sayffaerth nach der Verhandlungsrunde in Bonn. Vor diesem Hintergrund bekräftigte die DPVKOM nochmals ihre Forderung nach einer Entgelterhöhung von 7,2 Prozent für die rund 60.000 Beschäftigten und für die Auszubildenden des Konzerns. Außerdem setzt sie sich für den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2016 ein. Dieser Kündigungsschutz endete im Dezember vergangenen Jahres. Wer seinen Beschäftigten ein solches Angebot unterbreitet, provoziert geradezu Arbeitsniederlegungen. So kann die DPVKOM nicht ausschließen, dass es bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 10. März 2011 zu Warnstreiks kommen wird. Denn auch das heute von der Deutschen Telekom zusammen mit dem Entgeltangebot vorgelegte „tarifpolitische Zukunftsbündnis“ muss den Mitarbeitern des Unternehmens wie Hohn in den Ohren klingen. So will das Unternehmen älteren Mitarbeitern einen attraktiven Rahmen für einen Wechsel vom Berufsleben in den Ruhestand bieten und Perspektiven für familienfreundliche Zeitsouveränität schaffen. Sayffaerth: „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mitarbeiter hier veräppelt werden sollen. Denn die Realität im Unternehmen ist eine gänzlich andere. Da werden ältere Mitarbeiter regelmäßig auf das Abstellgleis geschoben. Anderen Beschäftigten werden durch die Schließung von Standorten im Geschäftskunden- und IT-Bereich Anfahrtswege zum neuen Arbeitsort von teilweise mehr als 200 Kilometern abverlangt. Was ist daran bitteschön familienfreundlich?“ Mit solchen Verlautbarungen zieht sich das Unternehmen nur den Unmut der Beschäftigten zu. Mitarbeiterbefragung zeugt von mangelndem Vertrauen in das Top-Management Die Telekom wird auch zukünftig nur dann erfolgreich sein, wenn sie zufriedene Mitarbeiter hat, die vernünftig bezahlt werden und der Unternehmensführung vertrauen. Hier gibt es jedoch noch erheblichen Nachholbedarf, wie die im Oktober/November 2010 durchgeführte Mitarbeiterbefragung von 138.000 Beschäftigten zeigt. Demnach haben nur 34 Prozent der Beschäftigten weltweit Vertrauen in die Arbeit des Top-Managements. „Diesen katastrophalen Wert hat sich die Unternehmensleitung selbst zuzuschreiben. Wer sein Unternehmen ständig umorganisiert und dabei die Interessen der Mitarbeiter missachtet, darf sich hierüber nicht wundern“, so Sayffaerth.
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