Tarifgemeinschaft sichert Arbeits- und Entgeltbedingungen bei der Postbank

Die Tarifgemeinschaft DBV/komba/DPVKOM hat heute in Bad Nauheim mit der Deutschen Postbank einen Tarifkompromiss zur Neustrukturierung der Kreditabwicklung sowie zur Optimierung der Zahlungsverkehrs- und Call-Center-Funktionen und des Bereiches Kontoführung erzielt. Dabei konnte sich die Tarifgemeinschaft mit wichtigen Forderungen durchsetzen und die Arbeits- und Entgeltbedingungen der Beschäftigten sichern. Dieser Tarifeinigung waren seit dem 19. Oktober 2011 mehrere Verhandlungsrunden und Warnstreiks von Beschäftigten vorausgegangen.

Zukünftig übernimmt die BHW Kreditservice GmbH die Kreditabwicklungsfunktionen der Deutschen Postbank AG. Dabei wird es für die rund 1.400 in der Kreditabwicklung tätigen Mitarbeiter der Postbank und der BHW Bausparkasse AG keine Kürzungen bei den Monatsgehältern geben. Zwar kann es durch die Einführung neuer Gehaltstabellen zunächst zu einer Absenkung der Monatsgehälter kommen. Diese werden jedoch durch Besitzstandszahlungen ausgeglichen. Auch die Arbeitgeberforderung nach einer Anhebung der Arbeitszeit von bis zu 3,5 Stunden auf zukünftig 42 Wochenstunden konnte erfolgreich abgewehrt werden. Beide Tarifvertragsparteien verständigten sich auf einen Arbeitszeitkorridor zwischen 36 und 42 Wochenstunden, der zukünftig auf einer 39-Stunden-Woche basiert. Der Urlaubsanspruch für die Bestandsmitarbeiter blieb ebenfalls unangetastet. Diese haben nach wie vor Anspruch auf 30 Tage Urlaub im Jahr. Lediglich neu eingestellte Mitarbeiter müssen mit weniger als 30 Urlaubstagen vorlieb nehmen. Der Urlaubsanspruch ist hier abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Diesen Mitarbeitern werden jedoch mindestens 27 Urlaubstage gewährt. Darüber hinaus legten beide Seiten fest, dass die BHW Kreditservice GmbH Standorte in Hameln und Essen hat. Hierfür wurde jeweils eine Standort- und Beschäftigungsgarantie bis Ende 2016 vereinbart.

Im Bereich Zahlungsverkehr der zur Deutschen Postbank zählenden BCB AG konnte die Tarifgemeinschaft ebenfalls verhindern, dass es zu Kürzungen bei den Besitzstandszulagen und zu einem „Einfrieren“ von Gehältern kommt. Auch hier ist die Forderung des Arbeitgebers nach einer 42-Stunden-Woche vom Tisch. Die weiteren vereinbarten Eckpunkte für die Bereiche Zahlungsverkehr (Payments), Call-Center und Kontoführung (Banking) sehen unter anderem Neuregelungen bei den Bildschirmpausen sowie Maximalquoten für die Beschäftigung von Aushilfskräften vor. Diese liegen im Bereich der Kreditabwicklung und Kontoführung bei jeweils maximal zehn Prozent, beim Zahlungsverkehr bei maximal 20 Prozent und bei den Call-Centern bei maximal 25 Prozent.

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