BILD-Kampagne zu Beamtenpensionen
Heesen: „Durch Wiederholung wird Unsinn nicht Wahrheit“
Seit drei Tagen läuft in der „BILD“-Zeitung die Wiederauflage ihrer
jährlichen Kampagne gegen die Beamtenversorgung. Wie üblich wird durch
unsachliche Verkürzung, Übertreibung und Weglassungen der Eindruck erweckt,
die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger bereicherten sich
unverhältnismäßig und ungerechtfertigt auf Kosten der Steuerzahler.
Hierzu der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen: „Durch Wiederholung wird
Unsinn nicht Wahrheit. Wie jedes Jahr verschweigt der ‚BILD‘-Journalist auch
diesmal zum Beispiel die höheren Bildungsabschlüsse, durchgehende
Erwerbsbiographien, das Fehlen jeder Zusatzversorgung, die Konsequenzen der
Vollversteuerung der Beamtenpensionen und die Tatsache, dass Pensionäre die
im Alter stark ansteigenden Prämien für ihre Krankenversicherung aus der
Versorgung aufbringen müssen. Mit seriösen Vergleichsmaßstäben lassen sich
halt schwerer Neidkampagnen anzetteln.“
Wegen der beeindruckenden Zahl und der dramatischen Schlagzeile werden
bei BILD (Ausgabe vom 19.4.2010) kurzerhand die gesamten Versorgungskosten
aller Gebietskörperschaften für die nächsten 40 Jahre addiert. Um den Effekt
einer möglichst dramatischen Kluft zwischen den Einkommen der gesetzlich
Rentenversicherten und den Beamtinnen und Beamten zu erzielen, werden in der
BILD (Ausgabe vom 20.4.2010) die Pensionsansprüche eines Staatssekretärs mit
denen eines Durchschnittsverdieners verglichen. Und am 21.4.2010 lässt BILD
einen Bundestagsabgeordneten der Grünen schließlich die Eingliederung aller
Pensionäre in die gesetzliche Rentenversicherung fordern. Heesen: „Natürlich
verzichten die ‚BILD‘-Leute auf die Nachfrage, wie und wo dieser
‚Haushaltsexperte‘ die allein für die Nachversicherung nötigen Finanzmittel
auftreiben will. Alles nach dem Motto: Wir lassen uns unsere Vorurteile
nicht durch Fakten kaputtmachen. Fazit: Peinlich.“