Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

23.06.2017 Artikel drucken

Tagung des Gewerkschaftsrates

Zahlreiche gewerkschafts- und berufspolitische Themen diskutiert

Zahlreiche gewerkschafts- und berufspolitische Themen standen auf der Tagesordnung der Sitzung des Gewerkschaftsrates der DPVKOM am 21. und 22. Juni in Königswinter-Thomasberg. Hierzu konnte der DPVKOM-Bundesvorsitzende Volker Geyer zahlreiche Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet begrüßen.

Ein herzlicher Willkommensgruß galt dabei dem DPVKOM-Ehrenmitglied Günter Weidig.

Bei hochsommerlichen Temperaturen diskutierten die Delegierten des Gewerkschaftsrates am ersten Tag die geplanten Änderungen der DPVKOM-Satzung, die dann von Gewerkschaftag der DPVKOM beschlossen werden sollen. Dieser findet vom 29. November bis 1. Dezember dieses Jahres in Berlin statt. Bevor die einzelnen Änderungsvorschläge detailliert besprochen wurden, stellte Volker Geyer noch einmal Sinn und Zweck der geplanten Satzungsänderung vor. Die neue Satzung, die unter anderem einen geänderten Aufbau unserer Gewerkschaft vorsieht, solle die DPVKOM schlagkräftiger machen und die Zusammenarbeit in der DPVKOM verbessern.

Daneben standen auch zahlreiche berufspolitische Themen auf der Agenda des Gewerkschaftsrates, der das zweithöchste Gremiums unserer DPVKOM ist. So berichtete der stellvertretende DPVKOM-Bundesvorsitzende Karlheinz Vernet Kosik über die aktuelle Situation im Bereich der Deutschen Telekom. Dabei thematisierte er insbesondere die Auswirkungen der erneuten Reorganisationsmaßnahme „Einfach anders“, von der rund 60 000 Mitarbeiter betroffen sind. Diese Beschäftigten müssten mit erheblichen Veränderungen hinsichtlich ihrer Arbeitsinhalte und der Arbeitsorte rechnen, so Vernet Kosik.

In Bezug auf die Call-Center-Branche bekräftigte Vernet Kosik die Forderung der DPVKOM nach Gründung eines Arbeitgeberverbandes, mit dem dann über bessere Arbeits- und Entgeltbedingungen verhandelt werden könne. Außerdem wies er auf die Erfolge der DPVKOM bei den Aufsichtsratswahlen des Unternehmens Capita hin. Hier ist unsere Gewerkschaft fortan mit einem Arbeitnehmer- und einem Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat vertreten.

Abgerundet wurde der erste Sitzungstag durch die Berichte der Bundesfrauenvorsitzenden Angelika Pütz, des Bundesseniorenvorsitzenden Manfred Schiller und des Bundessprechers der Fachgruppe Betriebs- und Personalräte Ralf Reinhardt. Alle drei stellten die Arbeit der jeweiligen Gruppe vor.

Nach einem gemütlichen Beisammensein am Abend erläuterte DPVKOM-Pressesprecher Maik Brandenburger am zweiten Tag den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu den im kommenden Jahr stattfindenden Wahlen zum Aufsichtsrat der Deutschen Post und zu den betrieblichen Interessenvertretungen bei Post, Postbank und Telekom sowie den Call-Centern. Diese Wahlen sind für die DPVKOM sehr wichtig. Hier gilt es das bestmögliche Ergebnis für unsere Gewerkschaft zu erzielen. Ergänzt wurden die Ausführungen von der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Christina Dahlhaus. Sie appellierte an den Anwesenden, bereits jetzt nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahlvorschlagslisten der DPVKOM zu suchen.

Zum Abschluss der Tagung stellte der für Post und Postbank zuständige Referent der Bundesgeschäftsstelle, Adrian Klein, ausführlich die derzeitige Situation in beiden Unternehmen dar. Dabei sprach auch er die Aufsichtsratswahl bei der Deutschen Post zu Beginn des kommenden Jahres dar. Aus seiner Sicht habe die DPVKOM durchaus Chancen, dem zukünftigen Aufsichtsrat der Deutschen Post anzugehören.

Die Deutsche Post forderte er auf, Maßnahmen für eine Entlastung der Mitarbeiter zu ergreifen. Der hohe Krankenstand im Unternehmen und die Zunahme an Unfällen während der Arbeitszeit sei nicht länger hinnehmbar. Hier müsse das Unternehmen dringend gegensteuern. In diesem Zusammenhang präsentierte er auch das von der DPVKOM in Gesprächen mit dem Arbeitgeber vorgelegte Arbeitszeitmodell, das zu einer deutlichen Entlastung der Beschäftigten und zu einem gesunden Erreichen des Renten- und Pensionsalters führen soll.

Auch die aktuelle Entwicklung der Deutschen Postbank bereitete ihm Sorgen. Hier sei in Bezug auf die geplante Reintegration des Bonner Kreditinstituts in die Deutsche Bank noch vieles hoffen. Die DPVKOM werde sich hier in den Gesprächen und Verhandlungen mit den Arbeitgebern für eine Verlängerung des Schutzes vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen und einen Erhalt der Standorte einsetzen.