Die Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Post, Postbank, Telekom und Call-Center

02.06.2017 Artikel drucken

Tag des Zustellers am 6. Juni 2017

Arbeitsüberlastung der Zusteller stoppen und zusätzliches Personal einstellen!

„Angesichts des nach wie vor viel zu hohen Krankenstandes und des Personalmangels sind die Beschwerden von Postkunden in Bezug auf die Zustellung von Briefen und Paketen nicht wirklich überraschend. Wir fordern die Deutsche Post auf, zusätzliches Personal einzustellen und die krankmachende Arbeitsbelastung der Zusteller schnellstmöglich zu stoppen. Die Verantwortlichen im Unternehmen müssen endlich begreifen, dass die Deutsche Post die Qualitätsführerschaft auf dem Brief- und Paketmarkt nur mit genügend, gut ausgebildetem und gesundem Personal behaupten kann.“ Dies sagt der Bundesvorsitzende der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM), Volker Geyer, anlässlich des Tages des Zustellers am 6. Juni 2017.

Viele der insgesamt rund 108 000 Brief-, Verbund- und Paketzusteller können die vorhandene Arbeitsmenge und immer größer werdende Zustellbezirke nicht mehr bewältigen. Der Anteil schwerer Werbepost und die Anzahl von Paketen, die in der vorgesehenen Arbeitszeit ausgeliefert werden müssen, steigen kontinuierlich an. Jede Neubemessung der Zustellbezirke führt dazu, dass ein Zusteller zusätzliche Haushalte zu bedienen hat. Viele Beschäftigte sind daher mittlerweile nur noch im Laufschritt unterwegs und starten mit ihrer Arbeit vor dem eigentlichen Dienstplanbeginn. Die permanente Arbeitsüberlastung führt dann dazu, dass sie krankheitsbedingt ausfallen. So liegt der derzeitige Krankenstand im Unternehmen in zahlreichen Briefniederlassungen im zweistelligen Bereich. Geyer weiter: „Die Zusteller brauchen für ihre Zustelltouren realistische Zeitvorgaben und funktionierende Arbeitsmittel, die die körperlich hohe Belastung reduzieren. Es kann beispielsweise nicht sein, dass defekte Fahrradschläuche für Postfahrräder aus Kostengründen nicht zeitnah ausgetauscht oder repariert werden. Gleichzeitig fehlen bei der Deutschen Post mehrere Tausend Zusteller. Fallen Beschäftigte krankheitsbedingt aus, ist oftmals kein Vertreter da, der die Post des erkrankten Kollegen dann zustellt.“

Die Folge davon ist, dass Postkunden mitunter mehrere Tage auf ihre Briefe warten müssen. Zu Jahresbeginn wurden die Briefniederlassungen und die Regionalgesellschaften der DHL Delivery einmal mehr verpflichtet, die Ausgaben und Personaleinstellungen zu unterlassen, die aus Sicht des Arbeitgebers nicht betriebsnotwendig sind. Damit spart das Unternehmen aus Gründen der Gewinnmaximierung an der völlig falschen Stelle. Eine zukunftsorientierte Unternehmenspolitik sieht sicherlich anders aus. Sie muss zum einen die stetig älter werdende Belegschaft und zum anderen die steigenden Sendungsmengen insbesondere im Paketbereich im Blick haben und darauf mit Neueinstellungen reagieren.

Mit dem Tag des Zustellers, der von der DPVKOM nach 2015 zum dritten Mal ausgerufen wird, will die DPVKOM auf die Überlastung vieler Zustellerinnen und Zusteller der Deutschen Post aufmerksam machen. Gleichzeitig soll den Beschäftigten an diesem Tag die Wertschätzung zuteil werden, die sie von dem Arbeitgeber Deutsche Post viel zu oft vermissen. Es wäre schön, wenn sich an diesem Tag möglichst viele Menschen bei ihrer Zustellerin oder ihrem Zusteller für die geleistete Arbeit bedanken. Geyer: „Die Brief- und Paketboten genießen in der Bevölkerung nach wie vor ein hohes Ansehen. Von Seiten der Deutschen Post ist das nicht mehr der Fall. Diese sieht die Mitarbeiter nur noch als Kostenfaktor.“

DPVKOM-Pressemitteilung